Ein Regal als Raumteiler
Ein KUUDU steht. Als Raumteiler steht es mitten im Zimmer, ohne Wand im Rücken, und dafür ist es gebaut: 35 Zentimeter tief, eine verstellbare Fußschraube unter jedem Pfosten, und ein Raster, in dem das Schwere nach unten kann. Wie sicher es steht, lässt sich ausrechnen: Aus der Höhe folgt, wie viel Zug an der Oberkante es umwirft, aus der Beladung, wie weit es sich neigen darf, bevor es fällt.
Die Unfallzahlen
Die gründlichste laufende Unfallzählung führt die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC. Ihr Bericht vom Februar 2024 nennt im Schnitt 17.800 Verletzungen pro Jahr durch gekippte Fernseher, Geräte und Möbel, 82 Prozent davon Möbel, und 217 Todesfälle zwischen 2013 und Mitte 2023, 155 davon Kinder. Von den Kindern, die wegen eines gekippten Möbels behandelt werden, hatten 38 Prozent einen Tisch umgezogen, 28 Prozent eine Kommode, 16 Prozent ein Regal. Als Ursachen nennt der Bericht kleine Standflächen, Kopflastigkeit, schiefe oder weiche Böden, schwere Dinge oben und offene Schubladen. Ein offenes Regal hat keine Schubladen. Von der Liste bleiben Standfläche, Beladung und Boden, und die drei kann man rechnen.
Der Zug an der Oberkante
Ein Möbel kippt, sobald der Zug oben mal seine Höhe größer wird als sein Gesamtgewicht mal die halbe Standbasis. Bei einem KUUDU stehen die Stangen zwei Zentimeter hinter der Brettkante, die Auflagelinien liegen bei 35 Zentimetern Tiefe also 31 Zentimeter auseinander, die halbe Standbasis misst 15,5. Bei 129 Zentimetern Höhe, fünf Böden, sind 15,5 durch 129 gleich 0,12: Ein waagerechter Zug von zwölf Prozent des Gesamtgewichts an der Oberkante kippt es. Bei 182 Zentimetern sind es 8,5 Prozent, bei 49 Zentimetern ein Drittel.
Der Schwerpunkt kommt in dieser Rechnung nicht vor, das Gewicht schon. Zwölf Prozent von 50 Kilogramm sind sechs Kilogramm Zug, zwölf Prozent von 150 Kilogramm sind 18. Ein voller Raumteiler ist also schwerer zu kippen als ein leerer, und das leere Regal am Aufbautag ist das kippanfälligste, das es je sein wird. Das ist der erste Grund, es gleich einzuräumen.
| Böden | Höhe | Kippt ab Zug von | Bei 50 kg | Bei 150 kg |
|---|---|---|---|---|
| 2 | 49 cm | 32 % des Gewichts | 16 kg | 47 kg |
| 3 | 76 cm | 20 % | 10 kg | 31 kg |
| 4 | 102,5 cm | 15 % | 8 kg | 23 kg |
| 5 | 129 cm | 12 % | 6 kg | 18 kg |
| 6 | 155,5 cm | 10 % | 5 kg | 15 kg |
| 7 | 182 cm | 8,5 % | 4 kg | 13 kg |
Der Kippwinkel
Die zweite Zahl beschreibt den Rempler, den schiefen Dielenboden, das Kind, das sich vorn auf ein Brett stellt. Ein Möbel fällt, sobald sein Schwerpunkt über die vordere Auflagelinie wandert, und wie weit es sich dafür neigen muss, hängt davon ab, wie hoch der Schwerpunkt liegt. Bei 15,5 Zentimetern halber Standbasis und 49 Zentimetern Schwerpunkthöhe sind das 17,6 Grad; man müsste die eine Seite des Regals gut neun Zentimeter anheben. Bei 117 Zentimetern Schwerpunkthöhe sind es 7,6 Grad und vier Zentimeter. Dieselbe Höhe, dasselbe Gewicht, halb so viel Reserve.
Wo der Schwerpunkt liegt, entscheidet die Beladung. Wir haben es für einen Raumteiler mit fünf Böden und 129 Zentimetern durchgerechnet, mit 50 Kilogramm Inhalt, was zweieinhalb vollen Böden entspricht. Liegen 20 Kilogramm auf dem untersten Brett, 20 auf dem zweiten und 10 auf dem dritten, sitzt der Schwerpunkt bei 49 Zentimetern. Verteilt man dieselben 50 Kilogramm gleichmäßig, steigt er auf 83, und liegt das Schwere oben, auf 117. Das Regal selbst kommt dazu, es ändert die Reihenfolge nicht.
| Regal | Beladung | Schwerpunkt | Kippwinkel | Anheben |
|---|---|---|---|---|
| 129 cm, 5 Böden | unten voll (20 / 20 / 10 / 0 / 0 kg) | 49 cm | 17,6° | 9,4 cm |
| 129 cm, 5 Böden | gleichmäßig (10 kg je Boden) | 83 cm | 10,6° | 5,7 cm |
| 129 cm, 5 Böden | oben voll (0 / 0 / 10 / 20 / 20 kg) | 117 cm | 7,6° | 4,1 cm |
| 182 cm, 7 Böden | unten voll (20 / 20 / 20 / 5 / 5 / 5 / 5 kg) | 79 cm | 11,1° | 6,0 cm |
| 182 cm, 7 Böden | oben voll (5 / 5 / 5 / 5 / 20 / 20 / 20 kg) | 141 cm | 6,3° | 3,4 cm |
Mehr Regel braucht das Einräumen eines Raumteilers nicht: Das Schwere nach unten, und zwar wirklich unten. Die KUUDU-Box im untersten 35er-Fach ist dafür gebaut, sie fasst zusammen, was sonst im offenen Fach unruhig aussähe, und sie wiegt mit Inhalt dort, wo Gewicht dem Regal hilft. Bücher gehören auf die unteren drei Böden, Vasen und Bilder nach oben. Und weil ein Raumteiler zwei Seiten hat, wird er von beiden beladen; der Schwerpunkt bleibt dann in der Mitte der 35 Zentimeter, wo er hingehört.
So steht ein Raumteiler
Am einfachsten ist die Höhe. Der Raumteiler auf unserer Anwendungsseite ist 105 Zentimeter hoch, hüfthoch, und braucht 15 Prozent seines Gewichts als Zug. Die Blickachsen-Logik im Artikel zum Raumteiler landet ohnehin zwischen 110 und 150 Zentimetern: hoch genug, um Zonen zu trennen, niedrig genug, um im Stehen darüber zu sehen. In diesem Band steht ein beladenes Regal mit gutem Kippwinkel frei. Dazu der Ballast von oben. Wer den Teiler mit einem Ende an die Wand stellt, sichert ihn dort mit der Wandhalterung aus dem Karton, und die Raumteilung bleibt, was sie ist. Und für alles über 155 Zentimetern, das mitten im Raum stehen soll, gibt es die Decke: KUUDU-Deckenregale laufen mit den Pfosten bis zur Decke, die Befestigung liegt bei, und ein Regal, das oben und unten gehalten wird, kippt nicht mehr.
Norm und Karton
Für Aufbewahrungsmöbel in Wohnung und Küche gilt in Europa die DIN EN 14749, Fassung Juli 2022. Sie kennt zwei Wege: Entweder besteht das Möbel den Kippversuch freistehend, voll beladen, mit definierter Kraft, wie der TÜV Thüringen die Prüfung beschreibt, oder der Hersteller liefert eine Wandbefestigung mit und weist sie als notwendig aus. Bei KUUDU liegt die Wandsicherung bei jedem Regal über 60 Zentimetern im Karton, mit Dübel und Schraube. Steht das Regal an einer Wand, gehört sie montiert, und die Frage ist erledigt. Welcher Dübel in welche Wand gehört, steht im Artikel zu Wandtypen, und was die Wand dabei trägt, im Artikel zur Wandlast.
Eine Ausnahme bleibt, und sie ist keine Frage der Rechnung: das Kinderzimmer. Kinder ziehen, und sie klettern, und ein Brett in 50 Zentimetern Höhe ist eine Stufe. Dort steht das Regal an der Wand, gesichert, und das Schwere unten; ein niedriges Regal, das mitwächst, ist in den ersten Jahren die bessere Wahl als ein hohes. Die Reichhöhen dazu stehen im Artikel zum Kinderzimmerregal. Überall sonst gilt: Ein Regal, das nach dieser Tabelle beladen ist, steht so, wie es gebaut wurde: frei.
Quellen
- U.S. Consumer Product Safety Commission, „Product Instability or Tip-Over Injuries and Fatalities Associated with Televisions, Furniture, and Appliances: 2023 Report", Adam Suchy, Februar 2024: 17.800 Notaufnahme-Verletzungen im Jahresmittel 2020–2022, 82 % mit Möbeln; von 6.400 Kinder-Verletzungen mit Möbeln 38 % Tisch, 28 % Kommode, 16 % Regal; 217 Todesfälle 01/2013–07/2023, 155 Kinder; Ursachen laut Bericht kleine Standfläche, Kopflastigkeit, schiefer oder instabiler Untergrund, fehlende oder defekte Kippsicherung, schwere Objekte oben, offene Schubladen. cpsc.gov, abgerufen am 16. September 2026.
- DIN EN 14749:2022-07, „Möbel – Wohn- und Küchenbehältnismöbel und Küchenarbeitsplatten – Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren; Deutsche Fassung EN 14749:2016+A1:2022". dinmedia.de, abgerufen am 16. September 2026.
- TÜV Thüringen, „Kommoden und Sideboards ohne Wandbefestigung können kippen": Prüfung nach EN 14749 im voll beladenen Zustand mit geöffneten Schubladen und Türen und definierter Kraft; mitgelieferte, als notwendig ausgewiesene Wandbefestigung ist zu montieren. tuev-thueringen.de, abgerufen am 16. September 2026.
- KUUDU: Stangenabstand 2 cm von der Brettkante, Tiefe 35 cm, Höhen aus dem Raster (Fuß 10 cm, Kappe 1 cm, Abstände 35 und 25 cm), Wandsicherung mit Dübel und Schraube liegt Regalen über 60 cm bei (Stückliste, Packliste); Raumteiler-Beispiel 225 × 105 × 35 cm von der Raumteiler-Seite. Rechnung: Zug × Höhe = Gesamtgewicht × halbe Standbasis; Kippwinkel = arctan(halbe Standbasis ÷ Schwerpunkthöhe), Schwerpunkt des Inhalts je Boden 10 cm über der Brettoberkante angesetzt.