Storing Books: What Libraries Do Differently

Bücher aufbewahren: Was Bibliotheken anders machen

Private Bücherregale scheitern langsam. Eine Schräglage hier, eine zu enge Reihe dort, ein Bildband, der ein Jahrzehnt auf dem Rücken steht, Sonne auf denselben zwanzig Buchrücken jeden Nachmittag. Nichts davon sieht an einem einzelnen Tag nach Schaden aus, und alles davon ist nach fünf Jahren sichtbar. Bibliotheken haben mit genau diesen Kräften im großen Maßstab zu tun, und ihre Lagerregeln sind öffentlich, erprobt und zu Hause leicht zu kopieren.

Das hier ist ein Leitfaden zu diesen Regeln – was Restauratoren an Institutionen wie der Library of Congress und dem Northeast Document Conservation Center tatsächlich empfehlen, ohne die Teile, die nur für Rara-Tresore zählen.

Aufrecht, aber nie angelehnt

Bücher stehen aufrecht, und sie stehen gerade. Ein angelehntes Buch trägt sein Gewicht auf der Ecke des Buchblocks; mit der Zeit verzieht sich die Bindung, der Rücken wird schief. Die Lösung ist beschämend einfach: Reihen, die voll genug sind, um sich gegenseitig zu stützen, und Buchstützen mit glatten, breiten Flächen, wo sie es nicht sind. Restauratoren warnen ausdrücklich vor dünnen Blech-Buchstützen, deren Kanten Einbände abreiben und Seiten knicken.

Zu eng ist der umgekehrte Fehler. Wenn ein Buch beim Ziehen die Nachbarn mitschleift, ist die Reihe zu dicht, und jeder Griff reibt Einband an Einband. Das bibliothekarische Maß heißt fest, aber blätterbar, mit einem Fingerbreit Spiel. Und Bücher kommen aus dem Regal, indem man sie in der Mitte des Rückens greift – nicht, indem man den Finger oben ins Kapital hakt; aus diesem kleinen Zug entstehen die meisten Rückenrisse.

Eichen-Bücherregal mit zwei Sektionen und sechs Ebenen

Große Bücher liegen

Die Ausnahme vom aufrechten Lagern ist die Größe. Sehr große oder schwere Bände wie Atlanten, Ausstellungskataloge und Folio-Bildbände ziehen sich stehend aus der eigenen Bindung, weil der Buchblock am Rücken hängt. Die konservatorische Praxis lautet: Übergrößen liegen flach, vollständig vom Boden darunter gestützt, in Stapeln von höchstens zwei oder drei Bänden, damit die Entnahme eines Bandes keinen Turm abträgt.

Im Regal heißt das: eine tiefe, hohe Ebene als Liegezone einplanen. Ein Abstand von etwa 35 cm nimmt einen kleinen Quart-Stapel samt Luft zum Herausziehen, und ein Volltiefen-Board von 35 cm stützt ihn vollständig. Es ist dieselbe lichte Höhe, die auch aufrechten Aktenordnern und Schallplatten passt – weshalb die hohe Ebene meist zur vielseitigsten im Haus wird.

Klima und Licht, kurz gefasst

Papier mag, was Menschen mögen: Zimmertemperatur oder kühler, moderate Luftfeuchte. Die konservatorische Richtlinie liegt bei etwa 21 °C oder darunter und 30 bis 55 Prozent relativer Feuchte, möglichst konstant – Schwankungen sind schlimmer als ein stabiler Wert, der etwas neben dem Ideal liegt. Damit scheiden die üblichen Verdächtigen aus: Dachboden, Keller, Garage und die Wand direkt hinter der Heizung.

Licht ist der stille Zerstörer. UV bleicht Rücken und macht Papier spröde; der Schaden ist kumulativ und unumkehrbar – die Restauratoren-Regel lautet, dass Lichtschäden nie heilen. Zu Hause ist die Übersetzung eine Frage der Platzierung, nicht der Ausrüstung: Das Bücherregal gehört an die Wand, die nicht zum Fenster zeigt, und die wenigen wirklich geliebten Bände wohnen nicht in der sonnigsten Reihe. Ein offenes Regal ohne Rückwand hat hier einen selten erwähnten Vorteil: Hinter den Büchern zieht Luft, was das Mikroklima an einer Außenwand trockener hält.

Ordnungssysteme im Vergleich

Wie man die Bücher anordnet, ist Geschmack – die Abwägungen dahinter sind es nicht. Alphabetisch nach Autor findet am schnellsten und sieht am langweiligsten aus; außerdem reißt es Themen auseinander. Thematische Gruppen lesen sich schön und entsprechen dem, wie Menschen in der eigenen Bibliothek tatsächlich stöbern, um den Preis endloser Grenzfälle. Chronologisch, nach Erscheinen oder nach Lektüre, macht das Regal zum Tagebuch und das Finden zur Gedächtnisübung. Nach Farbe zu sortieren ist das einzige System, gegen das Restauratoren leise Einwände hätten, nicht aus ästhetischen Gründen, sondern weil es die Größe ignoriert: Es mischt schwere Quartbände zwischen Taschenbücher, also genau die Gewichtsverteilung, die ein Regal nicht haben sollte.

Egal welches System: Zwei Bibliotheksgewohnheiten lohnen sich immer. Innerhalb einer Reihe nach Größe stellen, damit Hohes bei Hohem steht und jede Reihe ihre passende lichte Höhe bekommt statt überall einer Worst-Case-Höhe. Und je Sektion eine Handbreit Regal frei lassen: Sammlungen wachsen seitwärts, und dieser Puffer fängt zwei Jahre Neuzugänge ohne großes Umsortieren auf. Ein Regal, das auch physisch wachsen kann, um eine Ebene oder eine weitere Sektion, macht aus dem Puffer ein Prinzip. Die Wohnzimmer-Bücherregal-Seite und das deckenhohe Regal starten mit Konfigurationen, die genau so geplant sind.

Lampen und Buch im Eichenregal

Bücher sind geduldige Objekte. Aufrecht und gerade gelagert, aus der Sonne, bei Wohnzimmerklima, überdauern sie ihre Besitzer – was ja der Sinn des Aufhebens ist.

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